Objekt-Installation und Versuchsreihen 2025

Ausstellungsansicht, Archipel der freundlichen Utopien, Inselgalerie, Herbst 2025

Präparat XI-II-a-2025: Suspension vom Wesen des Übergangs, 2025
Tinte, Stärke, Propan-1,2,3-triol, Glas 41x⌀ 23cm
Alles soll bleiben, wie es ist! Alles muss sich ändern.
In Zeiten existenzieller Unsicherheit, in denen Zerfall und Wandel allgegenwärtig sind, entstehen neue Fragen nach Beständigkeit:
Was überdauert die alltäglichen und vielfältigen Zumutungen, was widersetzt sich, was kann bestehen? Was muss sich ändern, was darf bleiben?
Ich habe meine Werke „By land by water and in the air“ und Great Barrier Reef“ für die Arbeit am Projekt „Archipel der freundlichen Utopien“ zur Untersuchung herangezogen. Sie bestehen aus einem selbst entwickelten biologisch abbaubaren Material und sind entstanden aus der bewussten Annäherung an die Vergänglichkeit für das Jubiläum der Xanthippen „Variable X“ in der für mich die Variable der zersetzende Faktor Zeit war.
Die fragilen Strukturen, ursprünglich als bewegte Mobile präsentiert, unterlagen von Beginn an der Auflösung durch Umweltfaktoren: Luft, Wasser, Licht. Jede Oberfläche war eine vorübergehende Manifestation von Zeit, dem Hier und Jetzt, seiner Begrenztheit, dem Wandel und Verfall..
Für das Archipel der freundlichen Utopien trete ich in eine nächste Phase ein: den Versuch der Bewahrung.
Durch eine Versuchsreihe die sich Prozessen des Konservierens widmet – mittels verschiedener Stoffe, bspw. Glycerin, Ethanol, Harze,– werden die temporären Objekte in einen neuen Aggregatzustand überführt und zugleich gemäß des „Archipel“-Symbolik zu Wasserwesen.
In großen Glasgefäßen, die an wissenschaftliche Präparate erinnern, verweben sich die Ästhetik des Lebendigen und die Dokumentation des Vergehens zu einem neuen Körper.
Inspiriert von medizinischen und naturwissenschaftlichen Sammlungen, hinterfrage ich mit diesen Arbeiten nicht nur unsere Vorstellung von Dauer und Fragilität, sondern auch, was von einem künstlerischen Akt bleibt, wenn seine ursprüngliche Substanz vergeht.
Ist es das Material, das überdauert? Sein Geist? Oder der Versuch selbst, der bewahrt werden muss?
Meine freundliche Utopie schlägt eine Brücke zwischen Zerfall und Hoffnung:
In einer Welt, die vom Ende spricht, bleibt das Beharren auf Sichtbarkeit und Transformation ein Akt des Widerstands – und eine stille, freundliche Geste an die Zukunft.
VERSUCHSREIHE
Alles muss sich ändern! Alles soll bleiben wie es ist. (Atelieraufnahmen verschiedener Ansätze zur Konservierung):



